Beim Indikationsbild „unkomplizierte Erkältungskrankheiten mit Reizhusten“ kann sich die Apotheke durch eine kompetente Beratung gut profilieren. Schließlich liegt bei rezeptfreien Mitteln zur Hustenstillung der Selbstmedikationsanteil bei mittlerweile über 80 Prozent – mit weiter steigender Tendenz. Der akute Husten wird meist durch virale Infekte ausgelöst. Reizhusten als nicht produktiver akuter Husten tritt häufig in den ersten zwei bis drei Tagen einer Erkältung – also eines Virusinfektes der oberen Atemwege – auf. Dieser Infekt kann dabei als Abwehrreaktion eine Pharyngitis oder Laryngitis (Kehlkopfentzündung) auslösen. Entzündungsmediatoren wie Prostagladine, Histamine, Zytokine oder Neuropeptide irritieren dabei auf chemischem Weg in erster Linie C-Fasern in den Atemwegen. Im Verlauf der Erkältungserkrankung wird die Empfindlichkeit der Hustenrezeptoren gesteigert. Schon bei niedrigerem Reiz wird dann Husten als Reflex ausgelöst. Oft kommt es dann erst im weiteren Verlauf der Erkältung zur gesteigerten Sekretproduktion und so zum verschleimten (produktiven) Husten. Verschlimmerung mit jedem HustenstoßIm Gegensatz zum produktiven Husten, welcher die Selbstreinigung der Atemwege unterstützt, ist der Reizhusten für die Betroffenen einfach nur lästig und anstrengend. Zudem führen die Hustenstöße zur weiteren Reizung und Schädigung der Schleimhäute– und unterhalten so einen Circulus vitiosus aus Gewebeschädigung, Entzündung und dadurch weiter gesteigerter Reizung der für die Husten-Auslösung zuständigen chemischen und mechanischen Rezeptoren in der Schleimhaut (Hustenrezeptoren). So kommt es zu einem lang anhaltenden Reizhusten, der viele Patienten tagsüber wie auch nachts quält und ihnen keine Pause gönnt. Jeder neue Hustenstoß verschafft keine Linderung, sondern verstärkt das Leiden der Hustengeplagten. Therapie des trockenen ReizhustensDoch dieser Circulus vitiosus lässt sich medikamentös unterbrechen. Dazu werden zwei prinzipielle Ansätze unterschieden: Die wichtigsten WirkstoffeDextromethorphan Tipps für HustenpatientenGuter Service ist einfach mehr – dazu können Sie den Reizhusten-Geplagten neben der Empfehlung eines Antitussivums auch gute praktische Tipps geben:
Ist beim Hustenpatient der Husten nach zwei Wochen nicht verschwunden, sollte ein Arzt die Situation abklären. Wann zum Arzt?Ein erkältungsbedingter trockener Husten geht im Normalfall innerhalb von zwei bis drei Tagen in einen produktiven, verschleimten Husten über. Ist dies nicht der Fall, dann ist vermutlich die Ursache des Hustens keine banale Erkältung. Daher empfiehlt es sich, bei einem andauerndem trockenen Husten spätestens nach zwei bis drei Wochen den Hausarzt aufzusuchen, um die genaue Ursache unter der Vielzahl von etwa 300 Differentialdiagnosen abzuklären – dazu zählen zum Beispiel Asthma, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), das sinubronchiale Syndrom oder auch gastroösophagealer Reflux. Darüber hinaus können auch andere Infektionskrankheiten zu anhaltendem trockenem Husten führen – wie der gerade bei Erwachsenen häufig fehlinterpretierte Keuchhusten (Pertussis). Bei etwa jedem fünften Patienten mit chronischem Husten bleibt die genaue Ursache allerdings auch nach ärztlicher Untersuchung unklar. Hustenarten & Hustenphasen bei einer ErkältungDer Erkältungshusten durchläuft meist drei verschiedene Phasen. Am Anfang quält den Patienten ca. drei Tage lang ein trockener Husten/Reizhusten der einen einfach nicht zur Ruhe kommen lässt – sowohl tagsüber als auch nachts. Anschließend folgt ein produktiver, verschleimter Husten, der die Atemwege von zähem Hustenschleim befreit. Nach ca. sieben Tagen ist der produktive Husten abgeklungen und es zeigt sich in der Abheilungsphase meist erneut ein trockener Reizhusten, der bis zu acht Wochen anhalten kann. Beide Hustenarten bedürfen einer unterschiedlichen Behandlung. Beim trockenen Reizhusten sollte eine schnelle Hustenstillung erfolgen, damit die schädlichen Hustenstöße die Schleimhäute nicht weiter reizen. Silomat® DMP. Wirkstoff: Dextromethorphan. Zusammensetzung: 1 Lutschpastille enthält 10,5 mg Dextromethorphanhydrobromid-Monohydrat (entsprechen 7,7 mg Dextromethorphan). Sonstige Bestandteile: Betadex, Arabisches Gummi, Natriumcyclamat, Saccharin-Natrium, Chinolingelb E104, Limetten-Aroma, Honig-Aroma, Levomenthol, Citronensäure, Maltitol, dünnflüssiges Paraffin, gebleichtes Wachs, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiet: Symptomatische Behandlung des Reizhustens. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Dextromethorphanhydrobromid, Levomenthol oder einen der sonstigen Bestandteile, Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Atemwegserkrankung, Lungenentzündung, Atemdepression, Ateminsuffizienz, Stillzeit, Kinder unter 6 Jahren. Besondere Vorsicht in der Schwangerschaft, bei Husten mit erheblicher Schleimproduktion, bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern, bei eingeschränkter Leberfunktion. Patienten mit seltener hereditärer Fructose-Intoleranz sollten Silomat DMP nicht einnehmen. Nebenwirkungen: Häufig: leichte Müdigkeit, Schwindelgefühl, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen. Sehr selten: Benommenheit, Halluzinationen, bei Missbrauch Entwicklung einer Abhängigkeit. Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen. Warnhinweise: Enthält Maltitol und Levomenthol. Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Vertriebslinie Thomae, 55216 Ingelheim am Rhein |
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