Die Zahl der Apotheken, die einen Kommissionierautomaten nutzen, steigt. Befürworter wie Gegner diskutieren nach wie vor, ob und wie sich eine solche Anschaffung rechnet. Die Kosten entsprechen einem Sportwagen Eine unabhängige Studie zu Kommissionierautomaten in Apotheken klärt die Frage, ob Schubladensysteme wirklich ausgedient haben. Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurde bereits in der Region Nordrhein begonnen, Ende des Jahres 2010 soll sie nach Willen des Gesetzgebers in ganz Deutschland eingeführt sein. Auf Apotheken mit konventionellen Schubladensystemen könnten dann neue und komplizierte Arbeitsabläufe zukommen. Weil sie und ihre Mitarbeiter dann kein Rezept mehr sozusagen als „Merkzettel“ für die Suche am Schubladensystem in der Hand halten, müssen sie im Bedarfsfall erst einen Lieferschein ausdrucken. Das kostet unnötig Zeit. Die Investition rechnet sich schnellIn einer unabhängigen Studie zu Kommissionierautomaten in Apotheken konnte festgestellt werden, dass der nachträgliche Einbau eines Kommissionierautomaten bereits nach einem Jahr Betrieb in 50 Prozent der Fälle die Kostensituation der Apotheke verbesserte. In 44 Prozent der Fälle ist sie gleichgeblieben und nur in sechs Prozent verschlechterte sich die Kostensituation. Dabei konnten Apotheken mit einem Jahresnettoumsatz von mehr als zwei Millionen Euro stärker profitieren als kleinere Apotheken. Eine Investition für die ApothekeDie meisten Apotheker scheuen vor allem die Anschaffungskosten. Die Preise bewegen sich, je nach Anbieter und Größe zwischen 90.000 und 170.000 Euro. Für kostenbewusste Apotheker finden sich auch Modelle von der „Stange“, die preiswerter als die Automaten nach Maß sind. Außerdem bieten die Automatenhersteller alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing an. Tipp des Autors„Passen Sie Ihre Bestelloptimierung an! Lassen Sie gleich bei der Inbetriebnahme des Kommissionierautomaten im Warenwirtschaftssystem von der Hotline die Bevorratungszeit deutlich zurückschrauben. Das verändert kaum Ihre Lieferfähigkeit und Sie sparen bares Geld.“ Schneller am HVWie lange der Wareneingang mit und ohne Automat dauert, wurde in der wissenschaftlichen Untersuchung zu Kommissionierautomaten für die beide Lagersysteme „Schublade“ und „Automat“ verglichen. In der Automaten-Apotheke war der Wareneingang um 36 Prozent schneller erledigt als in der Apotheke mit Schubladensystem. Bei Apotheken mit Automaten konnte festgestellt werden, dass sich der Personalaufwand durch Wegfall der Weg- und Suchzeiten spürbar verringert hat. Einsparungspotenziale bei PersonalkostenDie Zeiteinsparungen machen sich aber nur dann wirtschaftlich bemerkbar, wenn Personal eingespart wird. Das muss nicht immer die Entlassung von Mitarbeitern bedeuten, es kann auch erwogen werden, dass eine durch normale Fluktuation freiwerdende Stelle nicht mehr besetzt wird. Das gelingt großen Apotheken mit mehr als zwei Millionen Euro Jahresumsatz eher als kleinen Apotheken. Denn kleine Apotheken brauchen eine personelle Mindestbesetzung, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das ist auch der Grund weshalb – laut Studie - kleine Apotheken nach der Anschaffung eines Kommissionierers stärker von OTC-Steigerungen profitieren. Sie behalten meist den Personalstamm und nutzen die zusätzliche Zeit für Zusatzverkäufe. In jedem Fall sollte das Apothekenpersonal in Sachen Zusatz- und Mehrverkauf geschult werden um alle Potentiale, die sich durch die zusätzliche Zeit ergeben, auszuschöpfen.
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