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Den Hustenreiz effektiv senken | |
| Rubrik: GUT BERATEN Autor: Dr. Adela Zatecky Ausgabe: 01/02-2010 | |
Der akute Husten wird meist durch virale Infekte ausgelöst. Reizhusten als nicht produktiver akuter Husten tritt häufig in den ersten zwei bis drei Tagen einer Erkältung – also eines Virusinfektes der oberen Atemwege – auf. Dieser Infekt kann dabei als Abwehrreaktion eine Pharyngitis oder Laryngitis (Kehlkopfentzündung) auslösen. Entzündungsmediatoren wie Prostagladine, Histamine, Zytokine oder Neuropeptide irritieren dabei auf chemischem Weg in erster Linie C-Fasern in den Atemwegen. Im Verlauf der Erkältungserkrankung wird die Empfindlichkeit der Hustenrezeptoren gesteigert. Schon bei niedrigerem Reiz wird dann Husten als Reflex ausgelöst. Oft kommt es dann erst im weiteren Verlauf der Erkältung zur gesteigerten Sekretproduktion und so zum verschleimten (produktiven) Husten.
Im Gegensatz zum produktiven Husten, welcher die Selbstreinigung der Atemwege unterstützt, ist der Reizhusten für die Betroffenen einfach nur lästig und anstrengend. Zudem führen die Hustenstöße zur weiteren Reizung und Schädigung der Schleimhäute– und unterhalten so einen Circulus vitiosus aus Gewebeschädigung, Entzündung und dadurch weiter gesteigerter Reizung der für die Husten-Auslösung zuständigen chemischen und mechanischen Rezeptoren in der Schleimhaut (Hustenrezeptoren). So kommt es zu einem lang anhaltenden Reizhusten, der viele Patienten tagsüber wie auch nachts quält und ihnen keine Pause gönnt. Jeder neue Hustenstoß verschafft keine Linderung, sondern verstärkt das Leiden der Hustengeplagten.
Doch dieser Circulus vitiosus lässt sich medikamentös unterbrechen. Dazu werden zwei prinzipielle Ansätze unterschieden:
Periphere Antitussiva
beeinflussen das Ansprechen der Hustenrezeptoren auf Hustenreize. Wichtige Vertreter dieses Wirkprinzips sind Dropropizin und Benproperin. Auch Lokalanästhetika setzten die Empfindlichkeit der Hustenrezeptoren herab und zählen daher zu den peripheren Hustenstillern. Antitussiva mit rein peripherer Wirkung spielen eine geringe Rolle. Sie werden allgemein als schwächer wirksam als zentral wirkende Antitussiva eingeordnet.
Zentrale Antitussiva
entfalten ihre hustenstillende Wirkung zentral das heißt, sie wirken durch Anhebung der Reizschwelle im Hustenzentrum und senken so die Hustenfrequenz und auch die Hustenintensität. Dabei bleibt ein notwendiges Abhusten, wie zum Beispiel beim Verschlucken oder bei einer Fremdkörper-Aspiration, jederzeit erhalten. Das bedeutet: Die lästige Komponente wird beseitigt, die sinnvolle Komponente des Hustenreflexes bleibt erhalten. In der Selbstmedikation bei Reizhusten spielen vor allem die Substanzen Dextromethorphan und Pentoxyverin eine wichtige Rolle. Codein, ein weiterer Vertreter dieses Wirkprinzips, ist verschreibungspflichtig.
Dextromethorphan
Dieser Wirkstoff, der seit mehr als 50 Jahren eingesetzt wird, ist beispielsweise in Silomat DMP Lutschpastillen enthalten. Dextromethorphan ist nicht nur das am besten untersuchte, sondern auch das weltweit am häufigsten verwendete OTC-Antitussivum. Die Substanz besitzt einen raschen Wirkungseintritt, der für eine schnelle aber auch eine lang anhaltende Hustenstillung sorgt. Die Wirksamkeit ist mit der von Codein vergleichbar. Als Kontraindikationen gelten COPD und Asthma.
Pentoxyverin
Ebenfalls seit mehr als 50 Jahren wird auch dieser Wirkstoff eingesetzt – und ist beispielsweise in Silomat gegen Reizhusten POV Tropfen und Silomat gegen Reizhusten POV Saft enthalten. Sowohl im raschen Wirkungseintritt wie auch in der lang anhaltenden Wirksamkeit weist Pentoxyverin Ähnlichkeiten zu Dextromethorphan auf. Pentoxyverin ist den zentral wirksamen Antitussiva zuzuordnen. Es hat aber auch periphere Effekte. Neben der hustenstillenden Wirkung, die dem Dextromethorphan vergleichbar ist, zeigt Pentoxyverin auch eine bronchenerweiternde Wirkung. Zudem beeinflusst Pentoxyverin in therapeutischen Dosen das Atemvolumen nicht. Dies sind Gründe, warum Pentoxyverin auch bei Grunderkrankungen wie Asthma und COPD gegeben werden darf.
Guter Service ist einfach mehr – dazu können Sie den Reizhusten-Geplagten neben der Empfehlung eines Antitussivums auch gute praktische Tipps geben:
Ist beim Hustenpatient der Husten nach zwei Wochen nicht verschwunden, sollte ein Arzt die Situation abklären.
Ein erkältungsbedingter trockener Husten geht im Normalfall innerhalb von zwei bis drei Tagen in einen produktiven, verschleimten Husten über. Ist dies nicht der Fall, dann ist vermutlich die Ursache des Hustens keine banale Erkältung. Daher empfiehlt es sich, bei einem andauerndem trockenen Husten spätestens nach zwei bis drei Wochen den Hausarzt aufzusuchen, um die genaue Ursache unter der Vielzahl von etwa 300 Differentialdiagnosen abzuklären – dazu zählen zum Beispiel Asthma, die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung (COPD), das sinubronchiale Syndrom oder auch gastroösophagealer Reflux. Darüber hinaus können auch andere Infektionskrankheiten zu anhaltendem trockenem Husten führen – wie der gerade bei Erwachsenen häufig fehlinterpretierte Keuchhusten (Pertussis). Bei etwa jedem fünften Patienten mit chronischem Husten bleibt die genaue Ursache allerdings auch nach ärztlicher Untersuchung unklar.
Der Erkältungshusten durchläuft meist drei verschiedene Phasen. Am Anfang quält den Patienten ca. drei Tage lang ein trockener Husten/Reizhusten der einen einfach nicht zur Ruhe kommen lässt – sowohl tagsüber als auch nachts. Anschließend folgt ein produktiver, verschleimter Husten, der die Atemwege von zähem Hustenschleim befreit. Nach ca. sieben Tagen ist der produktive Husten abgeklungen und es zeigt sich in der Abheilungsphase meist erneut ein trockener Reizhusten, der bis zu acht Wochen anhalten kann. Beide Hustenarten bedürfen einer unterschiedlichen Behandlung. Beim trockenen Reizhusten sollte eine schnelle Hustenstillung erfolgen, damit die schädlichen Hustenstöße die Schleimhäute nicht weiter reizen.
Silomat® DMP. Wirkstoff: Dextromethorphan. Zusammensetzung: 1 Lutschpastille enthält 10,5 mg Dextromethorphanhydrobromid-Monohydrat (entsprechen 7,7 mg Dextromethorphan). Sonstige Bestandteile: Betadex, Arabisches Gummi, Natriumcyclamat, Saccharin-Natrium, Chinolingelb E104, Limetten-Aroma, Honig-Aroma, Levomenthol, Citronensäure, Maltitol, dünnflüssiges Paraffin, gebleichtes Wachs, gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiet: Symptomatische Behandlung des Reizhustens. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Dextromethorphanhydrobromid, Levomenthol oder einen der sonstigen Bestandteile, Asthma bronchiale, chronisch obstruktive Atemwegserkrankung, Lungenentzündung, Atemdepression, Ateminsuffizienz, Stillzeit, Kinder unter 6 Jahren. Besondere Vorsicht in der Schwangerschaft, bei Husten mit erheblicher Schleimproduktion, bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern, bei eingeschränkter Leberfunktion. Patienten mit seltener hereditärer Fructose-Intoleranz sollten Silomat DMP nicht einnehmen. Nebenwirkungen: Häufig: leichte Müdigkeit, Schwindelgefühl, Übelkeit, Magen-Darm-Beschwerden, Erbrechen. Sehr selten: Benommenheit, Halluzinationen, bei Missbrauch Entwicklung einer Abhängigkeit. Nicht bekannt: Überempfindlichkeitsreaktionen. Warnhinweise: Enthält Maltitol und Levomenthol. Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG, Vertriebslinie Thomae, 55216 Ingelheim am Rhein