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Spürbar mehr Zeit für den Kunden | |
| Rubrik: GUT VERKAUFEN Autor: Frank Ruhle Ausgabe: 01/02-2010 | |
Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte wurde bereits in der Region Nordrhein begonnen, Ende des Jahres 2010 soll sie nach Willen des Gesetzgebers in ganz Deutschland eingeführt sein. Auf Apotheken mit konventionellen Schubladensystemen könnten dann neue und komplizierte Arbeitsabläufe zukommen. Weil sie und ihre Mitarbeiter dann kein Rezept mehr sozusagen als „Merkzettel“ für die Suche am Schubladensystem in der Hand halten, müssen sie im Bedarfsfall erst einen Lieferschein ausdrucken. Das kostet unnötig Zeit.
Anders bei Apotheken mit Kommissionierautomaten. Hier muss man zukünftig nur noch die Karte in das Kartenlesegerät stecken und der Kommissionierer bringt die Ware per Knopfdruck nach vorn. Auch die manuelle Eingabe des Artikelnamens in die Lauer-Taxe entfällt. Das spart Zeit, die dem Kunden zugutekommt.
In einer unabhängigen Studie zu Kommissionierautomaten in Apotheken konnte festgestellt werden, dass der nachträgliche Einbau eines Kommissionierautomaten bereits nach einem Jahr Betrieb in 50 Prozent der Fälle die Kostensituation der Apotheke verbesserte. In 44 Prozent der Fälle ist sie gleichgeblieben und nur in sechs Prozent verschlechterte sich die Kostensituation. Dabei konnten Apotheken mit einem Jahresnettoumsatz von mehr als zwei Millionen Euro stärker profitieren als kleinere Apotheken.
Die meisten Apotheker scheuen vor allem die Anschaffungskosten. Die Preise bewegen sich, je nach Anbieter und Größe zwischen 90.000 und 170.000 Euro. Für kostenbewusste Apotheker finden sich auch Modelle von der „Stange“, die preiswerter als die Automaten nach Maß sind. Außerdem bieten die Automatenhersteller alternative Finanzierungsmöglichkeiten wie Leasing an.
Natürlich bindet auf der einen Seite jede Investition Kapital. Auf der anderen Seite hilft der Kommissionierautomat das Warenlager schlank zu halten. Die meisten Apotheken verändern mit dem Kauf des Kommissionierautomaten auch das Einkaufsverhalten. Großeinkäufe im Rx-Bereich machen aus logistischer Sicht keinen Sinn mehr. Es macht keinen Unterschied, ob 10 gleiche oder 10 verschiedene Artikel in den Automaten eingelagert werden. Man muss sich im Klaren sein: Eine Reduzierung des Warenlagers um 10.000 Euro bedeutet eine Einsparung von 600 bis 800 Euro pro Jahr, wenn das Warenlager kreditfinanziert ist. Bei der Eigenkapitalfinanzierung sollte ein kalkulatorischer Kapitalzins angesetzt werden.
„Passen Sie Ihre Bestelloptimierung an! Lassen Sie gleich bei der Inbetriebnahme des Kommissionierautomaten im Warenwirtschaftssystem von der Hotline die Bevorratungszeit deutlich zurückschrauben. Das verändert kaum Ihre Lieferfähigkeit und Sie sparen bares Geld.“
Wie lange der Wareneingang mit und ohne Automat dauert, wurde in der wissenschaftlichen Untersuchung zu Kommissionierautomaten für die beide Lagersysteme „Schublade“ und „Automat“ verglichen. In der Automaten-Apotheke war der Wareneingang um 36 Prozent schneller erledigt als in der Apotheke mit Schubladensystem. Bei Apotheken mit Automaten konnte festgestellt werden, dass sich der Personalaufwand durch Wegfall der Weg- und Suchzeiten spürbar verringert hat.
Die Zeiteinsparungen machen sich aber nur dann wirtschaftlich bemerkbar, wenn Personal eingespart wird. Das muss nicht immer die Entlassung von Mitarbeitern bedeuten, es kann auch erwogen werden, dass eine durch normale Fluktuation freiwerdende Stelle nicht mehr besetzt wird. Das gelingt großen Apotheken mit mehr als zwei Millionen Euro Jahresumsatz eher als kleinen Apotheken. Denn kleine Apotheken brauchen eine personelle Mindestbesetzung, um den Betrieb aufrecht zu erhalten. Das ist auch der Grund weshalb – laut Studie - kleine Apotheken nach der Anschaffung eines Kommissionierers stärker von OTC-Steigerungen profitieren. Sie behalten meist den Personalstamm und nutzen die zusätzliche Zeit für Zusatzverkäufe. In jedem Fall sollte das Apothekenpersonal in Sachen Zusatz- und Mehrverkauf geschult werden um alle Potentiale, die sich durch die zusätzliche Zeit ergeben, auszuschöpfen.
Es darf nicht sein, dass der Apothekenmitarbeiter stumm wie ein Fisch vor dem Kunden steht und wartet bis die Ware kommt.
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