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Erfolg durch Tradition und Innovation | |
| Rubrik: GUT BERATEN Autor: Matthias Kagerbauer Eva Freitag Ausgabe: 03-2010 | |
Boehringer Ingelheim – weltweit das größte pharmazeutische Unternehmen in Familienbesitz – erforscht, entwickelt, produziert und vermarktet weltweit Arzneimittel. Mit 138 Gesellschaften und mehr als 41.000 Mitarbeitern in 16 Ländern gehört der Arzneimittelhersteller heute zu den forschungsintensivsten Unternehmen und ist mit eigenen Forschungs-, Produktions- und Vertriebseinrichtungen eine der zwanzig größten Pharmafirmen der Welt.
Der Fokus der eigenen Forschung und Entwicklung liegt auf Medikamenten gegen Erkrankungen der Atemwege, des Zentralen Nervensystems, von Herz/Kreislauf, Stoffwechsel- sowie Immunerkrankungen und Krebs.
Der Stammsitz und auch die internationale Unternehmenszentrale, Ingelheim am Rhein, liegen im Rhein-Main-Gebiet und damit in einer der dynamischsten Wirtschaftsregionen Europas.
Boehringer Ingelheim erwirtschaftete 2008 weltweit Erlöse von 11,6 Milliarden Euro und wuchs damit zum neunten Mal in Folge stärker als der Welt-Pharmamarkt. Wie jedes Jahr wurde ein beachtlicher Anteil der Erlöse, 2008 waren es 2,1 Milliarden Euro, reinvestiert, um innovative Medikamente für die Human- und die Tiermedizin zu entwickeln. Aus eigener Forschung und Entwicklung wurde 2008 in Europa zum Beispiel Pradaxa®, ein neuartiger oraler Gerinnungshemmer zur Thrombosevorbeugung nach Knie- oder Hüftgelenkersatzoperationen zugelassen. In der fortgeschrittenen klinischen Entwicklung befinden sich Substanzen der Indikationen Onkologie und Diabetes Typ II. Ein innovativer Erfolg aus der Tiergesundheit ist Ingelvac CircoFLEX®, ein Impfstoff für Ferkel gegen das porcine Circovirus Typ 2, das weltweit die größten wirtschaftlichen Verluste in der Schweinehaltung auslöst.
Das Leitbild „Werte schaffen durch Innovation“ treibt Boehringer Ingelheim von jeher voran. Herausragend zu sein in Innovation und Technologie, um Menschen durch neue Arzneimittel und Therapien zu helfen – für dieses Bestreben gibt es viele Belege in der Unternehmensgeschichte. Jüngstes Beispiel ist die Entwicklung des Gerinnungshemmers Pradaxa®: In drei aufwändigen Schritten werden kleine Pellets hergestellt, die mit einer dünnen Isolierschicht versehen und schließlich in einem hoch modernen Wirbelschichtcoater mit einer genau definierten Menge an Wirkstoff besprüht werden. Das Herz der Pellets besteht aus Weinsäurekristallen, die im Magen des Patienten zuverlässig für ein saures Milieu sorgen und damit eine gleichmäßige Aufnahme des Wirkstoffs gewährleisten. Weinsäure hat bei Boehringer Ingelheim Tradition – es war das erste Produkt, das Firmengründer Albert Boehringer in seinem Betrieb herstellte.
Boehringer Ingelheim investiert trotz schlechter pharmapolitischer Rahmenbedingungen am Standort Deutschland: Von den 2008 weltweit getätigten Investitionen in Höhe von 665 Millionen Euro wurden rund 45 Prozent an den deutschen Standorten ausgegeben. In Ingelheim werden Arzneimittel und Wirkstoffe für den gesamten weltweiten Unternehmensverband hergestellt.
In Biberach an der Riß befindet sich das größte internationale Forschungs- und Entwicklungszentrum des Unternehmens. Mit dem Biotechnikum steht hier zudem eine der modernsten und größten Produktionsanlagen der Welt für biopharmazeutische Präparate. Dort werden Arzneimittel auf Basis von Zellkulturen entwickelt und hergestellt. Boehringer Ingelheim bietet die gesamte biopharmazeutische Prozesskette – von der genetischen Entwicklung der Zelle über die Herstellung bis zum marktfähigen Arzneimittel im wirtschaftlichen Maßstab – auch für Industriekunden an (das so genannte „One-Stop-Shop“-Konzept).
Seit 2004 gehört Boehringer Ingelheim microparts GmbH, weltweit einer der Technologieführer in der Mikrosystemtechnik, zum Unternehmensverband; Dortmund wurde damit der dritte Standort in Deutschland. Hauptprodukt ist der Respimat® Soft Inhaler, ein neuartiger, treibgasfreier Medikamentenzerstäuber mit besonders guter Lungengängigkeit.
125 Jahre als unabhängiges Familienunternehmen zu bestehen, das aus eigener Kraft wächst – diese Erfolgsgeschichte wäre ohne die Mitarbeiter nicht denkbar, die in Deutschland durchschnittlich 13 Jahre Firmenzugehörigkeit aufweisen können. Das Unternehmen revanchiert sich mit sozialen Leistungen mit teilweise langer Historie. So gründete Albert Boehringer schon 1902 eine Betriebskrankenkasse; die soziale Fürsorge für seine Mitarbeiter machte ihn zu einem Pionier der betrieblichen sozialen Verantwortung in Deutschland. Heute zeugen Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie wie zum Beispiel Kinderbetreuungs- und Teilzeitarbeitsangebote von der Verantwortung des Unternehmens für seine Mitarbeiter.
1885 | Das pharmazeutische Unternehmen Boehringer Ingelheim wird von Albert Boehringer in Ingelheim am Rhein gegründet. Es beschäftigt 28 Mitarbeiter. |
1905 | Auf der Suche nach neuen Wegen in der Chemie beginnt Boehringer Ingelheim mit der Extraktion von Alkaloiden wie Morphin, Cocain und Codein. Die Substanzen werden an Apotheken und die entstehende pharmazeutische Industrie verkauft oder bereits ins Ausland exportiert. |
1921 | Das Atem-Analeptikum Lobelin®, ein Präparat aus der Heilpflanze Lobelia inflata, das bei intravenöser Injektion die Atmung gezielt anregt, sichert die Position von Boehringer Ingelheim auf dem pharmazeutischen Markt. |
1941 | Aludrin® weist als erstes synthetisch hergestelltes Asthmapräparat in der Asthmatherapie völlig neue Wege. |
1946 | Die Dr. Karl Thomae GmbH, deren Produktpalette das Schmerzmittel Thomapyrin® beinhaltet, wird in Biberach an der Riß gegründet. |
1971 | Die Tochtergesellschaft Boehringer Ingelheim Pharmaceuticals, Inc. wird in den Vereinigten Staaten in Ridgefield, Connecticut, gegründet und zum nordamerikanischen Forschungszentrum des Unternehmens ausgebaut. |
1986 | Das Biotechnikum bei Thomae in Biberach an der Riß nimmt als erster biotechnologischer Herstellungsbetrieb in Deutschland die Produktion auf. |
1998 | Die Boehringer Ingelheim KG und die Dr. Karl Thomae GmbH fusionieren zur Boehringer Ingelheim Pharma KG (heute Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG). Ein neues Corporate Design wird eingeführt. |
2000 | Ein aus eigener Forschung stammendes HIV-Medikament wird im Rahmen des Viramune®-Donation-Programms zur Mutter-Kind-Gabe (zur Verhinderung der Übertragung des HI-Virus bei der Geburt) an die Regierung des Senegal übergeben. Bis Ende 2009 wurden mehr als 1.850.000 Mutter-Kind-Dosen für die Einmalgabe in 60 Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa kostenlos bereitgestellt. |
2002 | Europaweite Zulassung eines neuen Wirkstoffes zur Behandlung der chronisch-obstruktiven Atemwegserkrankung (COPD), der in den folgenden Jahren in mehr als 90 Ländern eingeführt wird. Heute weltweit die am häufigsten verschriebene COPD-Therapie. |
2007 | Christian Boehringer, Mitglied der vierten Gesellschaftergeneration, wird Vorsitzender des Gesellschafterausschusses, der die Eigentümerfamilien Boehringer und von Baumbach vertritt. |
2009 | Der neue orale Gerinnungshemmer aus der Boehringer Ingelheim-Foschung schlägt in einer Meilensteinstudie mit mehr als 18.000 Patienten erstmals einen etablierten Wirkstoff aus der Klasse der Vitamin K-Antagonisten (Warfarin, Marcumar), zu denen es seit 50 Jahren keine therapeutische Alternative gibt. Heute gehört Boehringer Ingelheim international zu den forschungsintensivsten Unternehmen und beschäftigt in 138 verbundenen Gesellschaften im In- und Ausland 41.300 Mitarbeiter. Von den im Jahr 2008 realisierten weltweiten Erlösen von 11,6 Milliarden Euro wurden 18 Prozent in Forschung und Entwicklung reinvestiert. |